

DIE MECHANIK DER ELEGANZ: ZWISCHEN PRÄZISION UND EDELSTAHL
NIHIL
Präzise wie die exakteste Uhr und so sorgfältig gefertigt wie das kostbarste Juwel – NIHIL lässt dem Material den Freiraum, sich in seiner reinen Form zu zeigen, und geht dabei an die Grenzen der Fertigungsprozesse. Davide Vercelli entwickelt für FIMA seit langem innovative Entwürfe, die Designkonzepte neu definieren. Dabei reflektiert er über Gestik, die Interaktion mit dem Produkt sowie die konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Produktionsprozesses.
Das Ziel ist nicht der bloße Überraschungseffekt, sondern das Aufzeigen neuer Nutzungsmöglichkeiten, die den Alltag konkret beeinflussen können. Dabei stehen ethischere und nachhaltigere Industriemodelle im Fokus, die sich zwischen Mikro- und Makroebene bewegen – stets mit derselben präzisen Intentionalität und derselben schöpferischen Kraft.
REINER AUSDRUCK DES MATERIALS
In einem Kontext, der oft von der Oberflächenveredelung als bloßem Kunstgriff dominiert wird, beansprucht NIHIL die Reinheit des Edelstahls als ästhetischen und technischen Wert. Das Material wird nicht kaschiert, sondern offen dargelegt, ohne zusätzliche Oberflächenbehandlungen. Die Formen sind gestrafft und auf kleine Durchmesser kalibriert, die zu einem stilistischen Merkmal werden.
Der 12-Millimeter-Auslauf ist ein Akt struktureller und visueller Präzision. Schlank und exakt zieht er eine kontinuierliche Linie im Raum, die fast schwebend wirkt. Er verkörpert kontrollierte Spannung – ein Gleichgewicht zwischen scheinbarer Leichtigkeit und tatsächlicher Solidität. Trotz dieses geringen Durchmessers integriert er einen 10-Millimeter-Luftsprudler, der einen gleichmäßigen, mit Luft angereicherten Strahl garantiert, ganz im Sinne der Funktionsweise traditioneller Ausläufe.
Die Waschtischarmatur verfügt über eine Progressivkartusche. Durch Drehen des zylindrischen Rings werden Durchflussmenge und Temperatur gleichzeitig reguliert, bis der gewünschte Komfort erreicht ist. Der Armaturenkörper dient dabei gleichzeitig als Sockel und Bedienelement, wodurch der Platzbedarf sowie die optische Beeinträchtigung am Waschbecken minimiert werden.
Die Kollektion umfasst auch Lösungen für Zwei- oder Drei-Loch-Armaturen mit zentralem Auslauf und seitlichen Griffen sowie Wandversionen, die ebenfalls mit dem 12-Millimeter-Auslauf ausgestattet sind.
Der drehbare Griff gibt ein leichtes mechanisches Klicken von sich – ein dezenter Rhythmus, der die Handbewegung begleitet und die physische Wahrnehmung der Drehung spürbar macht. Mikro-Unterbrechungen und Fließfähigkeit wechseln sich innerhalb weniger Millimeter ab und erzeugen eine kontrollierte Vibration. Der Klang wird zur Bestätigung, zum Maß, zur Justierung.
EXZELLENZ IM PROZESS, SCHONEND FÜR DIE UMWELT
NIHIL
Der Produktionsprozess von NIHIL erzählt die Geschichte der Exzellenz in der Feinmechanik, die FIMA erreicht hat, und wird in jedem strukturellen und ästhetischen Detail zum Protagonisten der Kollektion. Diese Entscheidung hat einen hohen ästhetischen, aber auch ökologischen Wert.
Der Verzicht auf Oberflächenbehandlungen führt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs und begrenzt den Einsatz von chemischen Substanzen sowie komplexen galvanischen Prozessen.
Bei NIHIL wird jede Komponente nach dem Drehen oder Fräsen nicht weiter behandelt. Keine korrigierende Politur, kein Bürsten, keine Beschichtung, um das Erscheinungsbild zu vereinheitlichen oder die Haptik abzumildern.
Die Oberfläche des Produkts bewahrt die Spuren des Werkzeugs, das es geformt hat.
Die für NIHIL verfügbaren Oberflächen spiegeln diese Philosophie wider: Dem reinen Edelstahl wird Schwarzchrom zur Seite gestellt, die einzige verfügbare galvanische Oberfläche. Hinzu kommen Gold, Champagner, Bernsteinbronze und Mocha. Diese PVD-Varianten, die ausschließlich in einer gebürsteten Version erhältlich sind, bewahren die Integrität des Stahls, ohne sein Wesen zu verändern.
NIHIL ist somit eine Armatur, die sanft zur Natur ist – Nachhaltigkeit wird hier nicht laut verkündet, sondern ist ihrer Struktur inhärent.
EIN RAFFINIERTER TOUCH FÜR EINE STIMMIGE ÄSTHETIK
NIHIL führt am Bediengriff ein anspruchsvolles Detail ein, das die mechanische Sprache der Kollektion zusätzlich unterstreicht. Ein halbkreisförmiges Muster ist mit geometrischer Strenge in den zylindrischen Ring eingraviert und erinnert an den kannelierten Rhythmus einer dorischen Säule.
Dies ist ein klassisches Echo, ein maßvolles Zitat, das auf eine Verzierung anspielt, ohne dabei in die bloße Ornamentik als Selbstzweck abzugleiten.
Das Motiv mildert die Wirkung der Armatur ab und führt eine plastische, elegante Vibration ein, die mit dem Licht interagiert und gleichzeitig die Ergonomie der Bedienung verbessert.
NIHIL stellt somit nicht nur ein einfaches Gleichgewicht zwischen strenger industrieller Fertigung und einem dekorativen Akzent dar. Der Bezug zum Klassizismus wertet die Kollektion auf, erweitert ihre Zielgruppe und überrascht letztlich sogar den Designer selbst. NIHIL verkörpert den Ausdruck einer klaren und bewussten Designvision, die in einer Armaturenkollektion verwirklicht wurde, in der jedes Detail notwendig und jede Entscheidung abgewogen ist – ermöglicht durch die technische Solidität und die Produktionsexpertise von FIMA.

DAVIDE VERCELLI DESIGN
Designer und Ingenieur Davide Vercelli gründete sein Studio im Jahr 2005 nach einer Forschungsarbeit an der Polytechnischen Universität Turin. Das Studio beschäftigt sich mit Produktentwicklung, Wachstumsstrategien, Kommunikation und Netzwerken.
Design, Schönheit, Verantwortung und Profit sind die Schlüsselwörter, die jedes unserer Projekte prägen. Ein interdisziplinärer und branchenübergreifender Ansatz hat es dem Studio über die Jahre ermöglicht, als globaler Berater für seine Kunden zu agieren, indem es sich mit Produktdesign, Markendesign, Markenstrategie und Ausstellungen befasst.
Seit 2013 organisiert und gestaltet das Studio die wichtigste kollektive Veranstaltung auf der Cersaie (Aggregati, Cer-Sea, Cer-Stile, Cer-Sail, Milleluci, The Sound of Design, Famous Bathrooms, Contract Hall, Route 40), die dem Bereich Contract und Wellness gewidmet ist.
Seit 2019 ist es für das Design und die Ausstattung der VIP Lounge der Artefiera in Bologna verantwortlich, der wichtigsten internationalen Ausstellung im Bereich Kunst.
Er ist Dozent an der IED in Turin und Gastprofessor am Politecnico di Milano und hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten: fünfzehn Auswahlen für das ADI Design Index, drei Ehrennennungen beim Compasso d’Oro, zwei Young & Design Awards, drei Design Plus Awards, einen Ida (International Design Awards) und einen Good Design Award, drei IF Design Awards sowie zwei Ada (Archiproducts Design Awards).
Er ist derzeit Kreativdirektor bei Fima Carlo Frattini.